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Eichhörnchen vs. Lebkuchen, Stollen, Geschenke und kein Schnee

Manchmal habe ich das deutliche Gefühl, ich mache mir zu viele Gedanken über richtig unwichtige Dinge – wir alle. Sehr deutlich habe ich das wieder einmal empfunden als ich im Zuhause am arbeiten war und zwei Eichhörnchen beobachten konnte, wie sie meinen Nussbaum plünderten um dann alles fein säuberlich im Garten zu verstecken. Das hatte etwas von Osterhasen. Auch sie werden einen Teil Ihrer Nüsse wohl nicht mehr wiederfinden. Also saß ich an meinem Rechner und arbeitete mich durch Unmengen an Folien einer Herstellerpräsentation, während eine Nuss nach der Anderen vor meinem Fenster von links nach rechts wanderten mit der Erkenntnis, daß das Eichhörnchen vielleicht etwas sinnvolleres macht als ich. Es war wie in einem Comic.

Sich mit Computern zu befassen füllt am Ende zwar auch einen Kühlschrank mit notwendigen oder weniger notwendigen Dingen aber die Frage, wie dieser gefüllt wird lässt mich doch manchmal an meinem Beruf zweifeln. Generell an vielen Dingen, die wir tagtäglich tun. Welchen Sinn hat es sich stundenlang mit unser Technik zu befassen, mit Multimedia oder anderen Dingen, die einem die Zeit rauben, nur da sie nicht richtig funktionieren?
Ein schöner Satz des Dalai Lama sagt, man könne am Ende des Tages Glücklich sein, wenn man das Gefühl hat, etwas Sinnvolles getan zu haben. Nehme ich dieses Satz als Maßstab, dann ist ein Eichhörnchen wohl ein sehr glückliches Tierchen. Allzu oft würde ich das von mir nicht behaupten, wenn ich überlege, was ich den ganzen Tag auf der Arbeit gemacht habe. Da verbringt man acht Stunden damit ein System zu konfigurieren, da die Anleitung schlecht geschrieben ist. Gut, arbeiten an sich ist natürlich sinnvoll aber die Tätigkeit selber mag der Welt dabei völlig egal sein und bringt sie nicht wirklich voran.

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In die gleiche Richtung gehen meine Gedanken zu dem Thema Weihnachten. Was verschwenden wir so viel Zeit mit der Frage, was wir unseren Liebsten schenken sollen. Nicht falsch verstehen, ich finde es gut, wenn man Dinge verschenkt, die jemanden erfreuen und es nichts ist, was man nicht braucht. Aber der Druck der oftmals dahinter steht, genau das Richtige, das Passende, und das absolut Perfekte zu schenken, ist anstrengend und raubt teilweise den letzten Nerv. Auch das ist eine Sache, die so ein Eichhörnchen wohl nicht im geringsten nachvollziehen kann und das mit recht, da es selbst mir unsinnig erscheint.
Und in dem Moment, in dem es einem selber oder auch den lieben Menschen links oder rechts sehr schlecht geht oder etwas schlimmes passiert ist, hört man doch sehr schnell, daß man sich doch immer über so unwichtige Sachen Gedanken macht. Stimmt ! Aber warum vergessen dies die Meisten so schnell wieder? Gerade an Weihnachten spitzt sich die Lage doch oftmals zu und dann gibt es am Ende doch in der ein oder anderen Familie die großen Streitereien, da die Erwartungen viel zu hoch waren und vieles einfach schon immer mal gesagt werden musste.

Wie jedes Jahr nehme ich mir auch in diesem Jahr wieder vor, das alles etwas entspannt zu sehen. Zwar kann ich mich auch nicht ganz aus dem Trubel in der Gesellschaft heraushalten und es gibt ja jetzt auch schon wieder Lebkuchen, Stollen und anderes – bei 21 Grad Außentemperatur ! – aber das ein oder andere werde ich wie auch schon die letzten Jahre einfach umgehen. Und wird die Frage mit den Geschenken wieder zu schwierig werde ich wieder einfach alle zusammen zu einen Event einladen. Etwas leckeres essen, etwas unternehmen oder andere Dinge, die alle zusammen machen können. Vor zwei Jahren wurde einfach das ganze Geld an unterschiedliche Stellen gespendet. Es kam gut an, wenn die Kommentare alle ehrlich gemeint waren.

Ebenso spannend finde ich es zu sehen, was die anderen geschenkt bekommen. Und die wunderbaren Mimen, wenn sie die Geschenke ausgepackt haben und es so gar nicht gepasst hat oder es unerwartet wunderschön ist. Das Schenken an sich hat das Potential für mindestens 100 Buchseiten.

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Meine Eichhörnchen haben von mir auch schon etwas geschenkt bekommen. Ich weiß nur noch nicht, ob sie meine Nüsse eigentlich wollten oder ob sie noch immer da liegen, wo ich sie ihnen hingelegt habe.
Ich beneide ernsthaft alle, die es schaffen Weihnachten ganz ohne Stress und Druck zu erleben und zu feiern. Wie machen sie das nur?

Sunset

Eine Reihe von Feiertagen also, die ich direkt nach der Wintersonnenwende direkt verschlafen könnte. Am 27. Dezember dann wieder aufwachen und sehen, was links und rechts noch steht. Vielleicht geht es so aus wie in Stenkelfeld und am Ende die Worte: …und das alles nur, da einige Menschen Weihnachten feiern wollten. Menschen wie Du und ich.

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