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Mein erstes Mal — Weihnachten und Butterbrot

Familienfeiern und Feste sind in der Regel ja die Situationen, an denen alle zusammenkommen um eine schöne Zeit zu verbringen. Daß dies oft daneben geht, da die Erwartungen zu hoch sind oder man sich sonst zum Diskutieren und Streiten nicht sieht, ist allgemein bekannt. Und trotzdem lasse ich mich dieses Jahr verführen bei mir Zuhause eine gewisse Idylle zu schaffen. Eine ehemalige Freundin sagte mal so schön, daß Idylle schon ein gemeinsames Butterbrot beim Abendbrot sein kann. Und ich habe dieses Jahr sogar eine Weihnachtsbaum – meinen ersten im Leben !
Somit ergibt sich neben der Tatsache, daß ich ein wenig Idylle schaffen möchte die Erkenntnis, daß man für ein erstes Mal niemals zu alt ist…
Dieses Jahr hatte ich zugegeben aber schon einige “erste Male“. Ich glaube mit jeder weiteren Entwicklung, die ich im nächsten Jahr oder die nächsten Jahre machen werde, werden noch sehr viele weitere erste Male dazu kommen. Ich habe gefühlt noch nie so viele Dinge zum ersten mal gemacht, wie in diesem Jahr. Und ich kann Euch sagen, es lohnt sich. Ich möchte es nicht missen, auch wenn man dazu eine gewisse Bequemlichkeit aufgeben muß. Man glaubt gar nicht, wie viel in einem steckt und wie viel man in der Regel nicht macht, da man es ja noch nie gemacht hat. Und was man noch nie gemacht hat, vermisst man auch nicht. Das ist ein wenig wie mit dem iPad. Jeder sagte am Anfang solch ein Gerät bräuchte man nicht. Wie viele sagen das heute noch? Eine Welt ohne iPad oder so einem komischen iPhone? Undenkbar !
Ähnlich fühlte ich mich dieses Jahr auch. Wie bin ich nur jemals ohne Basketball-Spiele ausgekommen oder Football? Wobei das nicht ganz stimmt, Football hatte ich zugegeben schon seit meiner Kindheit auf dem Schirm aber keinen Zugang dazu gefunden. Es ist ein wenig, als wäre ich dieses Jahr aufgewacht und hätte festgestellt, daß es Football auch bei uns in der Stadt gibt – und auch im Fernsehen !!! Und siehe da, ich bin nicht die einzige Frau dort ! Wo war ich nur die ganze Zeit? Und ich habe das Gefühl, das war erst der Anfang vom Aufwachen. Es ist also quasi erst Morgen bei mir. Und das in meinem Alter – Wie beruhigend !
Ob ich Werbung machen möchte? Ja ! Wacht auch auf. Kümmert Euch um die Dinge, „die Ihr schon immer mal machen wolltet“

Wenn die Zeit kommt, in der man könnte, ist die vorüber, in der man kann.
Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen.

Ein anderes erstes Mal ist mein bereits erwähnter Weihnachtsbaum – der Erste in meinem Leben. Ich gebe zu, ich mache mich hiermit wieder zu dem von mir schon einmal beschriebenen Weihnachtsschmarotzer aber was solls. Die Stimmung siegt. Auch wenn der Weihnachtsbaum für mich keine Symbolkraft besitzt außer ein wenig Idylle und dem Wunsch mein Haus wie in „Schöner Wohnen“zu schmücken. Jetzt ist der Baum da und fühlt sich anscheinend so wohl, wie sich ein Tannenbaum wohl fühlen kann. ( die Nadeln sind nach einigen Tagen noch immer dran ! ) Nun wird er noch in aller Ruhe geschmückt.


Trotz einer Welt, die unfassbar technologisch ist, in der Globalisierung das Wort der Wörter ist und ohne Internet nichts mehr geht, sehnen wir uns alle noch immer nach Idylle. Nach Tradition oder Kult. Je nach Altersklasse wird hier vielleicht ein anderes Wort verwendet.
Wir wollen Kerzen, Musik, leckeres Essen und Dekoration um uns richtig wohl zu fühlen. Um komplett zu sein und Halt zu finden. Selbst Psychologen bestätigen immer wieder, daß dies sehr wichtig für die Psyche ist.
Allzu oft spricht man aber immer von großen Festen und Feiern, wenn es eben um das Gefühl von Halt und Idylle geht. Manchmal kann es aber eine scheinbare Kleinigkeit sein. Das Würstchen am Freitag Abend, der Tatort am Sonntag Abend oder mit dem Partner am See sitzen. All das können mindestens ebenso wichtige Momente für viele Menschen sein. Manchmal vielleicht sogar die schöneren. Je größer und wichtiger die Feste, je größer die Gefahr, daß man enttäuscht ist, wenn es nicht so wird, wie man es sich erhofft hat. Und das wird es bekanntlich selten.

Also genießt die Feiertage ohne Streß und wenn das Essen misslingt, lacht darüber und seht es als einen besonderen Moment. Dieser kommt nicht mehr wieder.

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